Reiseworkshop im Enduropark Hechlingen

Was unterscheidet die kleinen Jungs von den großen Buben? Na, das ist doch gaaanz einfach ---> sowohl die Spielgeräte als auch die Spielplätze werden größer. Und die Älteren lassen die Mädels auch mitspielen.

Um uns in Sachen Fahrzeugbeherrschung im Gelände fortzubilden, hatten wir schon Anfang 2013 den Reiseworkshop im Enduropark Hechlingen gebucht. Bei der Buchung dachten wir uns, das wir wettertechnisch Anfang August keine großen Überraschungen erleben werden, da es ja Sommer ist.

Am Freitag, dem 02. August, reisten wir am späten Nachmittag bei nur 35 Grad Außentemperatur an. Auf der Anfahrt dachte ich mir schon, daß dieses Wochenende etwas schweißtreibend werden könnte. Die Stoffbehausungen waren relativ schnell auf einem schön gelegenen Hochplateau im Park aufgestellt und so konnten wir uns relativ zeitnah dem Flüssigkeitsausgleich mit einer lokalen Hopfenkaltschale widmen.

Manfred Spitz, der Leiter des Enduroparks, begrüßte die Teilnehmer und stellte sein Team und das Programm vor, bevor es anschließend zu einem reichhaltigen Vesper ging. Nach einem interessanten Lichtbildervortrag von BMW-Mitarbeiter Roland Petz über eine Reise durch Südostasien dauerten die Benzingespräche bei einem Lagerfeuer noch bis tief in die Nacht und mussten zur Verhinderung von Schlafmangel abrupt abgebrochen werden.

Am frühen Samstagmorgen begann der Workshop nach einem ausgiebigen Frühstück mit der Einteilung der Gruppen und leichten Aufwärmübungen mit den Motorrädern. Wir übten unter fachkundiger Leitung von Instructor Thomas Kraft auf Schotter nicht nur das Fahren im Kreis, sondern absolvierten dabei auch noch das reinste Ballett. Fahren im Stehen, Fahren im Damensitz, Knien auf der Sitzbank, ausgestreckte Arme und Beine beim Fahren usw. gehörten noch zu den leichteren Übungen.  Nachdem alle ausgiebig "aufgewärmt" waren und aufgrund der vorherrschenden Außentemperaturen auch schon schweißnass ihre Fahrversuche durch die Pylonengassen absolvierten, wurden auch ausreichend Trinkpausen eingelegt. Wir wollten ja nicht, das jemand als Dörrobst aus dem Sattel fällt.

Derart gestärkt ging es nun zuerst mal kreuz und quer durchs Parkgelände. Auf Schotterwegen, Singletrails und Waldwegen ackerten wir bergauf und bergab kreuz und quer über Stock und Stein. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes: armdicke Baumwurzeln, tiefe Schlaglöcher und Schotter wechselten sich auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad ab. Verfeinert wurde das ganze Menü noch mit Baumstämmen, die den Weg in einer knappen Lenkerbreite links und rechts säumten. Hier war dann Fahrzeugbeherrschung pur in Verbindung mit viel Gleichgewichtssinn und einem guten Augenmaß angesagt.

Mit diesem Können bestens ausgerüstet ging es gegen Mittag auf öffentlichen Straßen zum Essen nach Hechlingen, wo wir in der Gaststätte „Forellenhof“ ausgezeichnet verköstigt wurden.

In den Enduropark zurückgekehrt waren nochmals Fahrübungen durchs Gelände auf dem Programm. Nun wurden Steilauf- und abfahrten am Berg sowie das Rückwärtsmanövrieren der Maschine am steilen Berg trainiert. Auf dem oberen Übungsplateau hatten wir auch die Möglichkeiten, die Bergung umgefallener Maschinen zu üben. Nach der wiederum außerordentlich schweißtreibenden Nachmittagsbeschäftigung standen nun für die beiden Gruppen getrennt voneinander die Vorträge von Martin Bumba und Jo Glaser sowe Erwin Thoma auf dem Programm. Während Jo uns die Grundlagen und Feinheiten der GPS-Navigation nahe brachte, weihte uns Martin im Anschluß in die Tiefen der Fahrzeugelektronik ein. Dazwischen erzählte uns Erwin Thoma einiges Wissenswertes über die notwendigen Vorbereitungen bei einer längeren Auslandsreise und versorgte uns mit einer hilfreichen Linkliste. Bei Martins Technikworkshop kam deutlich zum Ausdruck, dass die moderne Elektronik mit ihren vielen Helferlein nicht zum Nachteil des Motorradfahrers sein muss. Während früher bei einem Defekt ein Teil einfach nicht mehr funktionierte, gibt es bei vielen Elektronikgimmicks immer noch diverse Notlaufprogramme, die eine weitere Benutzung trotz Defekt ermöglichen.

Das Reparieren und Wechseln von defekten Motorradreifen und -schläuchen bzw. das Reparieren von Schlauchlosreifen stand zum Schluss noch genauso auf dem Programm wie das Reparieren von Motorgehäusen oder Ventildeckeln mit Kaltmetall.

Mit mächtigem Kohldampf ausgestattet durften wir nach den lehrreichen Stunden das liebvoll hergerichtete Grillbuffet von Helmut Rosenbauer, der guten Seele des Enduroparkes, genießen. SUPER GSCHMECKT HATS UND AUSREICHENDE BIKERPORTIONEN WARENS AUCH --- > DANKE, HELMUT UND DEINER LIEBEN FAMILY !!!

Wer noch nicht genug Wissen getankt hatte, konnte nach dem Grillen nochmals mit Martin an den Maschinen schrauben und fachsimpeln. Nach einigen Bierchen fielen wir hundemüde auf die Luftmatratzen und genossen die verdiente Nachtruhe.

Am Sonntagmorgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück und einer kleinen Bikeraufwärmgymnastik dann mit voller Beladung auf den Maschinen durchs Gelände. Die Übungen vom Samstag wurden nun mit Koffer und beladenen Taschen absolviert. Auch der Ho-Chi-Minh-Pfad konnte mühelos von den meisten mit Koffern bewältigt werden. Der späte Vormittag wurde mit dem Ausrüstungsworkshop von Touratech-Mitarbeiter Bernd Pribil ausgefüllt, der seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz in den verschiedenen Bereichen vermitteln konnte.

Nach derwiederum sehr guten Verpflegung im Forellenhof starteten wir zu einer kleineren On-/Offroadtour durch die nähere Umgebung. Wie durch ein Wunder kamen die beiden Gruppen an derselben Stelle zu einer Pinkelpause zusammen und wen wunderts.... zwei Maschinen hatten sich im dunklen Wald jeweils fast fabrikneue Schrauben in den Hinterreifen gefahren. Das anschließende Reifenflicken wurde mit Bravour absolviert. Die Heimfahrt sollte sich nun nicht so lustig gestalten, da wir alle in den leichten Sommeranzügchen unterweg waren und durch ein mächtiges Gewitter ordentlich geduscht wurden.

Den Enduropark, zudem wir kurze Zeit später zurückkehrten, hatte es bei diesem Gewitter auch richtig unter Wasser gesetzt. Einige Teilnehmer machten hier einen "Cut", der Großteil fuhr jedoch mit den Instruktoren nochmals einige Runden in der Schlamm- und Regenlandschaft im Park. Dabei zeigte sich, daß das Fahren im nassen Gelände durchaus beherrschbar ist.

Als Abschlußhiglight hatten wir uns das Durchfahren der Wasserdurchfahrt und das Fahren im zentimeterhohen Sand aufgehoben. Auch diese Aufgaben wurden, wenn auch mit kleineren Abflügen in den Sand, von allen hervorragend gemeistert.

Zusammenfassend bleibt das Fazit:

Zwei absolut geile Tage mit einer tollen Truppe, bei der wir lernten, was wir mit unseren Gummikühen alles anstellen können und wir diese fast wie einen Allradtraktor fahren können.Ein herzliches Danke an Thomas, Manfred, Roland, Jo, Martin, Erwin und Bernd für diese schöne Zeit. :-) :-) .-) .-) .-)

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Thomas (Sonntag, 18 August 2013 12:12)

    sehr schöner Bericht!
    Ich wünsch Euch viel Spaß auf Eurer Reise und bin ein bisserl neidisch, weil ich noch gerne an meine Südamerika Reise von 2010 zurück denke.....einfach phantastisch....vor allem Bolivien.....vielleicht sehen wir uns ja irgendwo bei einer Reise mal wieder, auch wenn meine mich diesmal auf einen anderen Kontinent führt (Südafrika).

    Viele Grüße
    Thomas (Euer Instructor)

  • #2

    Gerhard (Samstag, 31 August 2013 13:32)

    ja wirklich netter Bericht von Euch.
    Fotos sind auch gelungen.
    Ich wünsche Euch alles Gute auf Eurer Reise und werde diese mitverfolgen.
    Gerhard aus Österreich (Trainingspartner beim Reiseworkshop)

  • #3

    Sophie Mccleskey (Freitag, 03 Februar 2017)


    Pretty! This was an incredibly wonderful article. Thanks for providing this info.